Was ist eine Verbindung?

Wir Cheruscer sind eine Vereinigung von Studenten und Akademikern verschiedenster Fachrichtungen. Unsere Stärke ist, dass wir Mitglieder aller Altersklassen zu unseren „Bundesbrüdern“ zählen.

So ist ein Generationen und Fachdisziplinen überschreitender Austausch aller möglich. Die Zeit des Studiums ist für jeden über das reine Lernen hinaus eine wichtige Zeit der Orientierung. Nach der Schule und Zivildienst oder Bundeswehr ist es oft die erste Zeit, das Leben komplett selbst in die Hand zu nehmen und noch mehr als vorher den eigenen Weg zu finden.

In der Verbindung lernt man gleichzeitig, Ideen und Überzeugungen auch gegen Widerstände durchzusetzen, wobei die Freundschaft letztlich das Wichtigste ist und bleibt.

Die meisten Aktivitäten der Cheruscia finden im Semester statt und sind vielfältig wie das Leben: Vorträge, studentische Feiern, Parties, gemeinsame Gottesdienste, Sportveranstaltungen, Exkursionen und vieles mehr. Am besten kannst Du eine Vorstellung von den Aktivitäten über unser Semesterprogramm gewinnen, das wir Dir auch gerne in gedruckter Form zuschicken. Sende dazu bitte das Formular unter „Kontakt“ an uns.

Der Nutzen

Studium auswählen, sich orientieren

Jeder, der zu studieren beginnt, kennt das Problem: Welche ist die für mich geeignete Studienrichtung? Wie sind die Anforderungen an den Hochschulen? Welche Zukunftsperspektiven bietet mein Studium? Fragen über Fragen…

In den Verbindungen des CV finden sich Erstsemester, Studenten im Grund- oder Hauptstudium und Absolventen quasi aller Fachrichtungen. Dies ermöglicht das direkte, persönliche Gespräch mit anderen Studenten, aber auch mit so genannten „Alten Herren”, Akademikern mit Berufspraxis!

Unterkunft finden

Am besten quartiert man sich dort ein, wo sich auch Studenten der eigenen Fachrichtung tummeln oder wo ältere Semester sind, die sich in der neuen Studienstadt und an der Uni gut auskennen.

Wie wäre es denn mit einem schönen und preiswerten Zimmer, gern mit W-LAN, möglichst in Uni-Nähe und vor allem mit netten Leuten in einer studienfreundlichen Atmosphäre…? Das Haus der AV Cheruscia bieten das ideale Umfeld und Zuhause für Erstsemester! Weitere Informationen erhältst Du hier.

Erfolgreich im Studium, sicher im Berufsleben

Ergänzend zu ihrem fachlichen Studium übernehmen die Mitglieder einer Verbindung Aufgaben und Verantwortung in der Verbindung, sammeln methodische Erfahrung und entwickeln auf diese Weise ihre Persönlichkeit im Hinblick auf Organisations-, Kritik-, Team- und Führungsfähigkeiten weiter.

Zahlreiche CV-Mitglieder haben sich nach erfolgreichem Einstieg ins Berufsleben eine respektable Experten- bzw. Führungsposition in Wirtschaft, Gesellschaft oder Politik erarbeiten können und halten dort das Gedankengut des CV je nach beruflichen und persönlichen Möglichkeiten lebendig. Eine Empfehlung unter CV-Mitgliedern kann Türen öffnen – sie ersetzt jedoch in keiner Weise die überdurchschnittlichen Leistungen, die der CV von seinen Mitgliedern als Grundlage für den individuellen beruflichen Erfolg erwartet.

Praktische Fragen

Du denkst: Ich habe keine Zeit?

Ja, es stimmt. Mitglied einer Verbindung zu sein, kostet auch Zeit. Wir erwarten von Dir auch etwas. Fast alle Mitglieder müssen im Laufe der Aktivenzeit (also während ihres Studiums) eine – oder auch mehrere – Ämter (sogenannte „Chargen“) übernehmen. Das kostet natürlich Zeit. Aber weniger als Du denkst. Auch für Verbindungsstudenten ist es eine Selbstverständlichkeit, im Studium gute Leistungen zu bringen. Was während des Studiums zu kurz kommt, ist der Gedankenaustausch über den Tellerrand hinaus. Nach dem Studium werden heutzutage nicht mehr einfach „nur“ gute Noten verlangt. Sondern auch soziale Fähigkeiten. Und die lernt man in einer Verbindung.

 

Wie wirst Du Mitglied?

Wenn Du dich für unsere Verbindung interessierst, wendest Du Dich am besten an eines der Mitglieder im Vorstand (die Chargen). Die Suche nach einer Verbindung will wohl überlegt sein. Nur in einer Verbindung, in der der Du Dich wohl fühlst, wirst Du Dich engagieren wollen. Viele kommen über Kommilitonen zu einer Verbindung. Manche auch über die Möglichkeit auf dem Verbindungshaus zu wohnen. Und manche kennen Verbindungen von Eltern oder Verwandten oder Freunden. Schau Dich um und lerne die Menschen in der Verbindung kennen. Zu Semesteranfang wird man in der Regel von Infos überhäuft, darunter auch Werbung für einzelne Verbindungen. Wenn Du dann der Meinung bist, dass die Verbindung „in Frage kommt“, wirst Du erst einmal Mitglied auf Probe (Fux). Nach einem Aufnahmeantrag und Beratung auf dem nächsten Convent erhältst Du dann bei der nächsten feierlichen Veranstaltung das Fuxenband.  Du selbst prüft in dieser Zeit näher, ob der Bund zu Dir passt und umgekehrt prüfen auch die anderen Mitglieder, ob ihr miteinander auskommt. Du hast in dieser Zeit aber weniger Rechte und auch nicht alle Pflichten eines Burschen.

Die Geschichte

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschärften sich die Auseinandersetzungen zwischen der katholischen Kirche und den vom Gedankengut der Aufklärung geprägten gesellschaftlichen Kreisen. So kam es während der Ausstellung des Heiligen Rockes in Trier im Sommer 1844 zu heftigen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf die katholische Auffassung der Heiligen- und Reliquienverehrung starken Anfeindungen ausgesetzt wurde. Um diesem Zeitgeist Widerstand entgegenzusetzen, schlossen sich katholische Studenten in verschiedenen deutschen Universitätsstädten zu Vereinen zusammen. Dies war der Beginn des katholischen Verbindungsstudententums.

 

Als Gründungsjahr des CV gilt das Jahr 1856. Einer derjenigen Vereine, die insbesondere den katholischen Glauben durch Schrift, Wort und persönliches Beispiel stärken und verbreiten wollten, war der Münchner „Katholische Leseverein für Studierende”, aus dem heraus im Jahre 1851 die Aenania als erste Verbindung des heutigen CV erwuchs. Durch das Cartellverhältnis (gegenseitige Mitgliedschaft) der nichtschlagenden, farbentragenden, katholischen Verbindung Aenania mit der in Breslau als „Verein katholischer Studenten“ gegründeten Winfridia (heute: Münster) entstand am 6. Dezember 1856 der heutige CARTELLVERBAND der katholischen deutschen Studentenverbindungen.

 

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Aufbau des Cartellverbandes sehr zügig, obwohl die überkonfessionellen, schlagenden Studentenverbindungen sowie die universitären und staatlichen Behörden die Verbreitung des katholischen Farbstudententums zu verhindern suchten. 1904 erreichte die Auseinandersetzung zwischen den Verbänden ihren vorläufigen Höhepunkt im Akademischen Kulturkampf. Um den Kampf gegen das konfessionelle Verbindungswesen zu koordinieren, wurde im Jahre 1905 der Verband Deutscher Hochschulen (VDH) gegründet.

 

Im Jahre 1908 endete der Akademische Kulturkampf und der VDH löste sich auf. Vor allem der CV hatte durch seine innere Geschlossenheit bewirkt, daß die Angriffe nicht zur Auflösung des katholischen Verbindungswesen führten. 1923 wurde im Erlanger Verbändeabkommen die Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der schlagenden und nichtschlagenden Korporierten anerkannt und die gegenseitige Respektierung vereinbart.

 

1932, auf seiner 61. Cartellversammlung in München, bezog der CV scharf gegen den Nationalsozialismus Stellung. In den folgenden Jahren nahmen die staatlichen Repressalien gegenüber dem CV zu. Die Leitung der Verbindungen mußte entsprechend dem NS-Führerprinzip umstrukturiert und das Katholizitätsprinzip aufgegeben werden. Die österreichischen Verbindungen trennten sich vom Gesamtverband und bilden seit dieser Zeit den Österreichischen Cartellverband (ÖCV). Als die staatlichen Eingriffe immer massiver wurden und die Gleichschaltung mit dem NS-Studentenbund drohte, blieb dem CV 1935 nur die Selbstauflösung. Die einzelnen Verbindungen lösten sich daraufhin bis 1937 auf; ihre Verbindungshäuser wurden beschlagnahmt.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau des CV in den westdeutschen Hochschulstädten. 1950 wurde er auf der 64. Cartellversammlung in Mainz durch den Zusammenschluß der in den einzelnen Zonen existierenden Verbände offiziell wiederbegründet.

 

Die nächsten Jahre mußten primär dem Aufbau der Verbindungen gewidmet werden. Die nachfolgende Studentengeneration befaßte sich mit den Grundsätzen des CV. Insbesondere die konfessionelle Ausrichtung des Verbandes war umstritten. Einen vorläufigen Abschluß fand diese Diskussion in der Neuformulierung der Prinzipien im Jahre 1972, die jedoch keine Änderung in ihrem Kerninhalt bedeutete, und der Ausarbeitung der gesellschaftspolitischen Grundsätze für die ’90er Jahre in der Charta 90.

Der Cartellverband

Heute präsentiert sich der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen mit ca. 30.000 Mitgliedern, zusammengesetzt aus über 120 Verbindungen in Deutschland, Italien, der Schweiz, Polen, Japan und Kamerun, als bei weitem stärkster Studentenverband Europas.

 

Die Prinzipien des CV

Der CV fördert die akademische Ausbildung und unterstützt mit seinen über 120 Studentenverbindungen und seinem weit verzweigten Mitglieder-Netzwerk in vielfältiger Weise das akademische Leben. Die Mitglieder der CV-Studentenverbindungen sind Katholiken; sie engagieren sich in Kirche, Staat, Gesellschaft und Hochschulen. Der CV und seine Mitglieder gestalten die Gesellschaft im gemeinsamen Europa im Sinne der christlichen Grundwerte. Gemeinsame Basis ist eine in den folgenden vier Prinzipien zusammengefasste Überzeugung:

 

religio

die Ausrichtung der persönlichen Lebensführung am Wertegerüst des katholischen Christentums – Die christlichen Werte bilden ein wesentliches Fundament für das Leben des Einzelnen und für das Zusammenleben unserer Gesellschaft. Diese Überzeugung lebendig zu halten, ist für Cheruscia ein bedeutendes Ziel. Unser Handeln ist von christlichen Grundsätzen geprägt. Cheruscer bemühen sich um die Intensivierung ihrer religiösen Bildung und ihres katholischen Glaubens.

 

scientia

die Bereitschaft zum konsequenten Studium, interdisziplinären Erfahrungsaustausch und lebenslangen Lernen: Die Bedeutung einer umfassenden Bildung und die Herausforderungen durch die Übernahme von Verantwortung in Familie, Beruf, Kirche und Gesellschaft erfordern das Engagement eines jeden Einzelnen über seinen eigenen Bereich hinaus. Deshalb bemühen sich die Mitglieder ader A.V. Cheruscia, ihre Kenntnisse und Einsichten über das eigene Fach hinaus zu erweitern, um den heutigen Anforderungen an katholische Akademiker gerecht zu werden.

 

amicitia

die das Studium überdauernde, lebenslange Freundschaft im Männerbund: Die Freundschaft unter Cheruscern ist auf Dauer angelegt und besteht ein Leben lang. Das persönliche Gespräch mit den lebens- und berufserfahrenen älteren Cheruscern gibt den jüngeren Mitgliedern interessante und wichtige Einblicke und Impulse. Gleichzeitig regen die Ideen der jungen Bundesbrüder die “Alten Herren” an, die Gegenwart auch aus der Perspektive der heranwachsenden Generation zu sehen.

 

patria

das Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung unseres Staates und zu unseren kulturellen Wurzeln: Im vereinten Europa liegt es an den Bürgern, die Gedanken der Verständigung und Zusammenarbeit unter den Völkern zu fördern und an einem demokratischen Leben in unserem Staat durch persönliches Engagement mitzuwirken. Cheruscer fördern bürgerschaftliches Engagement und lehnen jede Art von Extremismus ab.

 

Unser im Mittelalter entstandener Wahlspruch drückt den Geist des CV und die Werthaltung aller unter seinem Dach vereinten Mitglieder aus:

In necessariis unitas        Im Notwendigen (herrsche) Einmütigkeit,

In dubiis libertas              Im Zweifelhaften Freiheit,

In omnibus caritas!          In allem aber Bruderliebe!

Der Wahlspruch der AV Cheruscia

Der Wahlspruch der AV Chersucia ist: treu – fest – wahr